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Schweizer Jass

Ein persönliches Herzblutprojekt ohne Auftraggeber: das Redesign der Schweizer Jasskarten. 

Das Design der Schweizer Jasskarten hat mich schon immer gestört: 70 Jahre alte unsaubere Illustrationen und inkonsistente Schriften in verschiedenen Grössen, leserunfreundlich und unrein. Was liegt näher, als das Redesign selbst in die Hand zu nehmen?

Künstlerische Karten gibt es zur Genüge. Aus diesem Grund habe ich den etwas konservativeren Weg der Neugestaltung gewählt: die Karten sollen gleichermassen vom angefressenen Jasser wie auch dem Freizeitjasser akzeptiert werden und trotz dem traditionellen Bild die altbekannten Karten in Typografie und Schärfe übertreffen. Die Typografie wurde optimiert, Kontraste in den Illustrationen angepasst und vieles mehr. Einige hundert Stunden Arbeit stecken in diesem Projekt. Auf den ersten Blick sehen die Karten gleich aus wie die bekannten Karten, aber der Teufel steckt im Detail. 

Das neue Design ist vektorbasiert. Dadurch sind die Farben klar differenziert und die Karten wirken kontrastreich. Darüber hinaus können die Karten beliebig skaliert werden, ohne ihre Schärfe und Genauigkeit zu verlieren. Als Polygraf mit Liebe zur Typografie habe ich besonders auf die Wahl der Schriftart geachtet. Am Ende entschied ich mich für die Schriftfamilie Abril, eine moderne Interpretation einer klassizistischen Antiqua. Die Majuskeln und Minuskeln sowie die Serifen sind gerader, die Übergänge kantiger. Die Schriftentwickler hatten die gleichen hohen Standards wie ich beim Design der Karten: die Liebe zum Detail, die sich durch das gesamte Design zieht.

Nach fast 4 Jahren Denkarbeit, Konzeption, Umsetzung und Produktion sowie diversen Testturnieren in Stans kamen die neuen Karten 2017 mit dem Französischen sowie dem Deutschschweizer Bild auf den Markt.

Es war eine Herausforderung, die Produktion der Jasskarten in der Schweiz zu behalten. Im Gegensatz zu den handelsüblichen Karten aus Schaffhausen, welche in Belgien gedruckt werden, werden meine Karten zu 100% in der Schweiz produziert und in einer sozialen Einrichtung verpackt, beides in Stans (Druck Engelberger Druck AG, Stanzung Sonderegger AG, Verpackung/Konfektion Stiftung Weidli Stans). Zudem haben die Karten das begehrte Swiss Label Zertifikat. 

Swissness ist Trumpf. Obwohl die Karten teurer sind als die Konkurrenz aus Belgien, ist es vielen Firmen wichtig die Wertschätzungskette in der Schweiz zu behalten. Die Hochschule Luzern, diverse Kantonalbanken und Firmen wie Securiton oder die Baumann Koelliker Gruppe haben Schweizer Jass als Werbegeschenk.
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