10. Banknotenserie –
24 Stunden, eine Idee

Banknoten sind mehr als Zahlungsmittel – sie sind ein Stück gelebte Tradition. Wir halten sie täglich in der Hand, sie begleiten uns im Alltag und prägen unser Bild von Wert und Vertrauen. Zugleich sind sie kulturelle Botschafter, die zeigen, wofür die Schweiz steht: Klarheit, Präzision und Schönheit.

Thematisch bietet die Schweiz eine Fülle dankbarer Motive und Sujets: von eindrucksvollen Naturwundern wie Bergen, Seen und Gletschern bis hin zu kulturellen Symbolen, Handwerkstraditionen oder charakteristischen Alltagsmotiven. Diese Vielfalt fliesst selbstverständlich in eine mögliche Gestaltung ein – subtil, vielschichtig und auf mehreren Ebenen.

Seit vielen Jahren ist es mein Traum, eine eigene Banknotenserie für die Schweiz zu entwerfen. Im Dezember meldete ich mich deshalb offiziell für den Wettbewerb der Schweizer Nationalbank an. Dieser war als neutrale Bewerbung ohne Entwurf angelegt. Im Februar erhielt ich die Absage – und anstatt die Faust im Sack zu machen, entschied ich mich, dennoch einen eigenen Entwurf zu realisieren.

Taten statt Worte, machen statt motzen.
Als die offiziellen Entwürfe später veröffentlicht wurden, setzte ich meinen Plan um. In nur 24 Arbeitsstunden entstand ein eigenständiger Konzeptentwurf für Schweizer Banknoten. Er ist bewusst nicht als fertige Lösung gedacht, sondern als möglicher Ansatz: ein freundliches, leicht technisches Design mit feinen Details, klarer Struktur und harmonischem Zusammenspiel von Vorder- und Rückseite.

Banknoten sollen Freude bereiten – nicht nur den Menschen in der Schweiz, sondern auch Besucherinnen und Besuchern unseres Landes. Denn wer die Schweiz als Traumland erlebt, soll auch in den Händen spüren, dass sie hier Banknoten von Weltklasse in einer einmaligen Gestaltungstradition erhält.

Diese Arbeiten sind als ganz grobe Entwürfe zu verstehen. Die Farben sind vorgegeben, wurden hier jedoch teilweise durch neutrale respektive silberne Töne ergänzt – mit Rückbezug auf die Serie von 1976 – um eine edlere und einheitlichere Wirkung zu erzielen. Grundsätzlich sollten die Entwürfe weniger farbig und weniger gefüllt sein. Auch das «Jasskarten-Sujet» müsste in einer Weiterentwicklung reduziert werden

Nur die 100er-Note ist etwas detaillierter ausgearbeitet. Das gesamte Konzept entstand jedoch in lediglich 24 Arbeitsstunden, während die offiziellen Entwürfe mit rund 400–500 Stunden pro Konzept entwickelt wurden.

Warum kein Matterhorn – oder andere ikonische Landschaften – auf einer Banknote?

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Die Auswahl ist zweifellos anspruchsvoll, doch genau darin liegt die Stärke. Die Schweiz verfügt über eine Natur von einzigartiger Schönheit, die weltweit bewundert wird und sich ideal als Grundlage für eine Banknotenserie eignet.

Die offizielle Thematik der Nationalbank «Höhenlagen» würde diesen Ansatz unterstützen: Berge, Gletscher, Seen und geologische Formationen bieten starke, zugleich neutrale Motive. Auffällig ist, dass ausgerechnet das Matterhorn – Symbol der Schweiz schlechthin – bisher noch nie auf einer Banknote abgebildet wurde.

Banknoten sind vielschichtige Medien: Sie vereinen Strukturen, Transparenzen, UV-Elemente und Sicherheitsmerkmale. Diese Ebenen eröffnen vielfältige Möglichkeiten, Natur- und Geologiethemen innovativ zu inszenieren – etwa durch transluzente Darstellungen, Reliefs oder UV-Ansichten. Auch klassische Details wie die Ameise früherer Serien könnten in neuer Form zurückkehren, beispielsweise als verstecktes UV-Element.

Im Gegensatz zu Personendarstellungen, die oft kontrovers diskutiert werden, ist die Natur ein universelles, verbindendes Thema. Sie wirkt zeitlos, schafft Identifikation und unterstreicht die Einzigartigkeit der Schweiz.